Wozu das Tagebuch?

Bei wiederkehrenden Schmerzen wollen Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen fast immer dasselbe wissen: Wie oft kommt der Schmerz, wie stark ist er, wie lange hält er an, und was war an diesen Tagen anders? Aus dem Gedächtnis gelingt das kaum. Im Rückblick bleiben vor allem die schlimmsten Tage hängen, die guten verschwimmen.

Wer drei bis vier Wochen lang jeden Abend kurz einträgt, bringt zum nächsten Termin eine Übersicht mit, auf die man sich verlassen kann. Oft zeigen sich dabei Zusammenhänge, die vorher niemand bemerkt hat, etwa mit dem Schlaf der Nacht davor oder mit Anspannung. Aufschlussreich ist auch, an wie vielen Tagen Schmerzmittel genommen wurden. Das Tagebuch eignet sich für Kopfschmerz und Migräne ebenso wie für Rücken-, Bauch- oder Gelenkschmerzen.

Geht es vor allem um Unterleibs- und Regelschmerzen, ist das Tagebuch für Unterleibsschmerzen genauer. Es fragt zusätzlich nach der Blutung und nach Beschwerden, die bei Endometriose typisch sind.

So geht's

Wo deine Daten liegen: Nur auf diesem Gerät, in diesem Browser. Es gibt kein Konto, und nichts wird an mich oder an andere geschickt. Das bedeutet auch: Wenn du die Websitedaten im Browser löschst oder das Handy wechselst, sind die Einträge weg. Mit „Sicherung herunterladen“ kannst du sie als Datei aufheben und später wieder einlesen.

Sofort Hilfe holen

Bei plötzlich einsetzenden, sehr starken Kopfschmerzen, bei Kopfschmerz mit Fieber und steifem Nacken, bei Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, bei Brustschmerz mit Atemnot, bei sehr starken Bauchschmerzen und bei Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz: sofort ärztliche Hilfe holen. Notruf 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.

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Deine Auswertung

Warum das Tagebuch auch nach Schlaf und Anspannung fragt

Wie stark ein Schmerz empfunden wird, entscheidet der Körper nicht allein. Schlafmangel, Anspannung, Ärger und Sorgen machen das Nervensystem empfindlicher. Ablenkung und Bewegung können den Schmerz dagegen dämpfen, manchmal auch einfach Ruhe. Hält ein Schmerz länger als drei Monate an, kann ein Teufelskreis entstehen: Man schont sich, zieht sich zurück, grübelt mehr, schläft schlechter, und all das hält den Schmerz am Leben. Mehr dazu steht auf der Seite Schmerz.

Die Frage, was du trotz der Schmerzen gemacht hast, ist kein Leistungstest. Sie zeigt dir und deinen Behandler*innen, was im Alltag noch möglich ist. Für die Behandlung ist das oft aufschlussreicher als die Zahl auf der Schmerzskala.

Eine Faustregel zu Schmerzmitteln

Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen solltest du an höchstens zehn Tagen im Monat nehmen. Wer häufiger zu Tabletten greift, riskiert einen Dauerkopfschmerz, den die Schmerzmittel selbst auslösen (Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch). Die Auswertung zählt deshalb mit, an wie vielen Tagen du Schmerzmittel genommen hast, und weist dich darauf hin, wenn es zehn oder mehr waren.

Das Tagebuch ersetzt keine Untersuchung. Es macht das Gespräch in der Praxis aber deutlich genauer.

Zum Weiterlesen

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